1930

1930 reduzierte Henning v. Bülow den Fideikomiss-Besitz um Rodenwalde und Marsow. Die deutsche Landwirtschaft hatte damals keine guten Zeiten, und so willigte Henning von Bülow - dessen Güter mit etwa 400.000 Mark verschuldet waren - dem Verkauf an den Unternehmer Hans Merensky aus Südafrika ein.

 

1945

Nach der Vertreibung und Enteignung des Henning von Bülow 1945 wurden Flüchtlinge angesiedelt, und das Herrenhaus wurde kurz darauf geplündert. Einbauten aus Holz, wie z.B. Treppengeländer, Türen, Fussböden wurden als Brenngut verwendet, und Möbel wurden verkauft.

1951 zusammen mit 20 weiteren Gebäuden unter besonderen Schutz gestellt entging das Herrenhaus dem Abriss, nicht aber dem fortschreitenden Verfall. Das Gut wandelte man zur LPG „Goldene Ähre” um. Das Schloss diente - wie so viele andere historische Häuser - als Wohnhaus, Schule, Poststelle und Konsum. Hierfür wurde u.a. auf die Eingangstreppe eine mächtige Beton-Laderampe gegossen. 


Nach der Wiedervereinigung wurde das Schloss von der Treuhand abgewickelt und als Spekulationsobjekt mehrfach verkauft.

Der vorletzte Besitzer, ein „Schatzsucher", zerstörte das Haus weiter indem er alle Tür- und Fensterrahmen herausriss, aus dem Fenster warf und überall im Gebäude Löcher in Wände und Böden schlug. Nachdem das Dach einstürzte ergriff er die Flucht.

In dieser Zeit wurde das Haus nochmals geplündert, noch tragende Holzkonstruktionen wurden entnommen als Brenngut.

 

Der nächste Besitzer, ein Anwalt aus Hamburg, stellte erfolgreich einen Abrissantrag um das Grundstück als Bauland ausweisen zu können, er wollte hier mehrere Einfamilienhäuser errichten lassen. Die Ziegelsteine des Hauses sollten nach dem Abriss meistbietend verkauft werden.

Nachdem der Abrissantrag genehmigt worden war, kam die Rettung in letzter Sekunde. Die „Stiftung Herrenhäuser und Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern" ergriff sofort Gegenmaßnahmen und konnte so tatsächlich den Abriss verhindern, denn die Maschinen waren bereits unterwegs. 

Die "Stiftung Herrenhäuser und Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern" erwarb 2005 die Ruine des Schlosses Goldenbow, und suchte nach neuen Eigentümern.

2008 nahm sich unsere Familie dieser Aufgabe an, und das Unmögliche wurde möglich gemacht: der Wiederaufbau. Dieses Haus ist etwas ganz Besonderes, und hat eine wunderbare Ausstrahlung.

 

Die Ruine des Hauses im Jahr 2003.
Die Ruine des Hauses im Jahr 2003.

Mit Schloss Rossewitz zählt das Herrenhaus Goldenbow zu den ältesten Herrenhäusern aus dem 17. Jahrhundert in Mecklenburg.

 

Auf der Rückseite des Hauses befindet sich ein kleiner Park mit Teichensemble, gegenüber der Vorderseite sind Reste eines Platzes erkennbar an dessen Ende ein denkmalgeschützter und restaurierter Wasserturm mit Uhr in Symmetrieachse des Herrenhauses steht.

Der Wiederaufbau

Seit 2010 wird das Gebäude behutsam, Stück für Stück, wieder aufgebaut.

Davor gab es eine 1,5 Jahre andauernde Beräumung der eingestürzten Ruine.

So sahen die Reste des Hauses Ende 2008 aus.

Leider war von der ursprünglichen Ausstattung nichts mehr vorhanden, da das Haus direkt nach Kriegsende geplündert worden war. Fussböden, Türen, Treppengeländer u.v.m. dienten als Brenngut. Auch Fensterrahmen und Holzvertäfelungen existierten nicht mehr.

Es gibt jedoch einzelne Bruchteile dieser einst herrschaftlichen Ausstattung, und anhand der Fundstücke und Bruchstücke wurde die Innenausstattung bestmöglich rekonstruiert.

Die Aufteilung des Grundaufbaus ist unverändert.

 

Ein sehr hohes Knickwalmdach, neu errichtet nach historischen Belegen und eingedeckt mit einer S-Pfanne im Reduktionsbrand, schützt und schmückt nun wieder das Haus, gibt ihm seine ursprüngliche barocke Bauart zurück.

Stück für Stück werden nun alle Fenster eingesetzt, der Innenausbau schreitet in grossen Schritten voran, und nicht nur die Wandvertäfelungen geben diesem einst geplünderten, zerstörten Haus etwas seiner Ehre zurück.