Vor der Erbauerzeit

Goldenbow war um 1229 / 1230 ein deutschrechtliches, bei der Neubesiedlung mit 20 * Hufen ausgestattetes Dorf. (Ein Hufner, auch Hüfner genannt, ist ein Bauer der als Grundbesitz mehrere oder einen Teil einer Hufe Land bewirtschaftet.) Gegründet wurde es vermutlich um 1180.

 

Wann Goldenbow in den Besitz des den von Goldenbows vermutlich stammverwandten in der Nähe angesessenen Geschlechts von Lützow gekommen ist, ist unklar. Jedenfalls begegnen die Lützows im Jahre 1389 als Besitzer von größeren Anteilen des Dorfes: Volrad Lützow, zu Schwechow und Pritzier gesessen, verkauft seinem Vetter Burchard Lützow Hebungen von zwei Bauern zu Goldenbow. Burchard Lützow d.Ä. stiftet eine jährliche Hebung aus den Hufen und Häusern von sechs Goldenbowern Bauern und einem Weber für eine Vikarie in der Kapelle zum heiligen Geist in der Ritterstrasse zu Wittenburg.

Weitere Nachrichten über die Lützows zu Goldenbow liegen erst aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vor. Es ist anzunehmen, dass Goldenbow bereits seit der Neubesiedlung mit der Gestellung eines Rossdienstes belastet war und einen befestigten Rittersitz hatte.

So erwarb Jasper von Lützow auf Goldenbow und Banzin um 1584 durch Tausch oder Kauf von Verwandten in Perlin und deren Anteile an Goldenbow. Sein Sohn Wiprecht wurde Begründer des Goldenbower Hauses. Durch ausgedehnte Käufe des Jasper von Lützow eines anderen Familienzweiges musste Wiprecht von Lützow, um den ehrlichen Namen zu retten und zur Erhaltung seines väterlichen Lehngutes Goldenbow bereits 1605 den Herzogum Konsens bitten, drei mit Eichen und Buchen bewachsene Waldstücke abzuholzen. Die Baumstämme sollten die Schaale hinabgeflößt und nach Lüneburg verkauft werden. Der Waldboden wurde zu Ackerland gemacht.

Weitere Verschuldungen und die Nöte des Dreißigjährigen Krieges zwangen später die Witwe Wiprechts und seine Söhne, mit herzoglicher Erlaubnis im Jahre 1639 1500 Faden sowie für 400 Reichstaler Buchenholz zu schlagen und nach Boizenburg zu verkaufen. Auch in den Jahrzehnten nach dem grossen Krieg holzten die Lützows Wald ab und verkauften die Buchen, um zu verhindern dass das Gut den Gäubigern in die Hände geriet.

Dem Freiherrn Kurt v. Lützow dem Jüngeren gelang es, den grössten Teil der Schulden zu tilgen. Er konnte sogar daran denken, anstelle des einfachen Rittersitzes ein großes Renaissance-Schloss im Jahr 1696 zu erbauen. 

Anno 1696

1696 wurde dann das kleine, durch die siebenachsige Hauptfassade herrschaftlich wirkende Schloss fertiggestellt. 

Auf einem hohen Granitsockel erheben sich zwei Geschosse, die nun wieder ein Walmdach tragen. Vier Kolossalpilaster mit vorkragendem Gesims gliedern die Fassaden des Backsteinbaus, dessen Lisenen geputzt sind. 1696 war das riesenhafte Vorbild aller barocken Repräsentationsbauten in Europa das Schloss in Versailles (1669 - 1688) bereits fertig, und überall in Deutschland bemühte man sich, ebenfalls barocke Repräsentationsbauten entstehen zu lassen. Für das Schloss Goldenbow in Mecklenburg jedoch galten noch die Regeln der Renaissance. Die ursprüngliche Raumgliederung des frühbarocken Schlosses, das in seiner Bauzier holländische Einflüsse zeigt, wurde im Laufe der Zeit kaum verändert. Kurt von Lützow war ein überzeugter Katholik: An der Hauptfassade liess er aus geschmiedeten Eisenlettern „Omnia ad Maiorem Dei Gloriam” (Alles zum höherem Ruhme Gottes) und an den Seitenfassaden mit fehlgebrandten Ziegeln „Maria” und „Giosep” und die Jahreszahl „1696" sowie Ziermuster einlegen. 

 

1756

1756 musste die Familie v. Lützow aus finanzieller Not das Gut Goldenbow samt dem Dorfe Marsow auf 40 Jahre an den Hannoverschen Oberamtmann Ritter und Edlen von Schilden zu Wüstrow (Dannenberg) verpfänden. Die Umwandlung des Pfandvertrages in einen wirklichen Kaufvertrag wurde 1797 genehmigt.

 

1852

1852 überliess der unvermählte Wilhelm von Schilden Goldenbow mit Zubehör seinem Schwager, den Mecklenburg-Schwerinschen Hofmarschall Jaspar von Bülow (1794 - 1871), mit der Bestimmung daraus ein Fideikomiss zu errichten. 


1863

Jaspar v. Bülow lässt das äußere Erscheinungsbild des Hauses dem architektonischen Geschmack der Zeit angleichen, in dem das Dach mit großen Ziergiebeln überformt wird. Die Fenster im oberen Geschoss lässt er weitestgehend ebenfalls erneuern, sowie die Eingangstür.